Beiträge, Forschungsplattform Nullzinspolitik

von Thomas Mayer

 

Zentralbanken wollen verhindern, dass Menschen zu viel sparen. Deshalb halten sie die Zinsen niedrig – und kurieren damit die Wirtschaft zu Tode.

 

„Kürzlich war ich Gast in einer Fernsehtalkshow. Einer der Teilnehmer behauptete, die Zinsen seien so niedrig, weil zu viel gespart würde. „Praktische Männer, die glauben, von irgendwelchen intellektuellen Einflüssen befreit zu sein, sind meist Sklaven eines verstorbenen Ökonomen.“ Der Satz von John Maynard Keynes hätte dazu gepasst, wäre in dieser Runde aber nur auf Unverständnis gestoßen. Den Lesern meiner Kolumne traue (und mute) ich da mehr zu.

Die These von der Ersparnisschwemme geistert seit biblischen Zeiten durch die Welt („Mancher teilt aus und bekommt immer mehr, ein anderer kargt übers Maß und wird doch ärmer“, Sprüche 11,24). In den 1920er Jahren brachten Waddill Catchings und William Foster sie dem breiten Publikum bei. Sie stellten die Theorie auf, dass es zwar für den Einzelnen Sinn mache, zu sparen, es aber zu Nachfragemangel und Rezession führe, wenn alle dies täten. Um die Theorie unters Volk zu bringen, setzten sie ein Preisgeld von 5000 Dollar für denjenigen aus, der die besten Gegenargumente liefern würde. Die Rechnung ging auf und die Theorie von Catchings und Foster wurde als „Sparparadox“ berühmt. So richtig passte sie allerdings nicht in die Zeit. In den „Roaring Twenties“ boomten Wirtschaft und Aktienmarkt, von Nachfragemangel keine Spur. Catchings drehte als Chef von Goldman Sachs das ganze große Rad und legte finanziell hoch gehebelte Investment Trusts auf…“

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Die Forschungsplattform Nullzinspolitik hat ihren Sitz an der Universität Leipzig unter der Leitung von Prof. Dr. Gunther Schnabl.