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Untenstehend dürfen wir einen Briefwechsel zwischen Frau Melanie Amann, Redakteurin des „Spiegels“, und dem Vorsitzenden der Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft, Professor Dr. Gerd Habermann, zur Kenntnis geben:

 

Gesendet: Mittwoch, 05. April 2017 um 19:13 Uhr
Von: „Amann, Melanie“
An: „Dr. Gerd Habermann“
Betreff: Anfrage SPIEGEL

Guten Abend Herr Professor Habermann!

Ich recherchiere für einen Artikel über die Hayek-Stiftung, die Hayek-Gesellschaft und Ihr Engagement bei den selbigen. In diesem Zusammenhang habe ich einige Fragen, die ich Ihnen gerne stellen möchte.

1)      Nach meinen Informationen haben Sie sich dafür eingesetzt, dass die AfD-Politikerin Beatrix von Storch Mitglied der Hayek-Gesellschaft bleiben kann, obwohl viele Vereinsmitglieder die Vereinbarkeit der Positionen von Frau von Storch mit den Werten Friedrich August von Hayeks bezweifeln. Ist dies zutreffend?

2)      Nach meinen Informationen haben Sie sich dagegen eingesetzt, dass aus Anlass der Person Beatrix von Storch in die Satzung der Hayek-Gesellschaft eine Klausel aufgenommen wird, die den Ausschluss von Mitgliedern ermöglicht. Ist das zutreffend?

3)      Ist es zutreffend, dass Ihre Tätigkeit für die Hayek-Stiftung mit monatlich 4500 Euro vergütet wird?

4)      Falls ja: Sind Sie im arbeitsrechtlichen Sinne Angestellter der Hayek-Stiftung oder der Hayek-Gesellschaft?

5)      Nach meinen Informationen hat der Stiftungsrat der Hayek-Stiftung den Stiftungsvorstand im Januar dieses Jahres aufgefordert, das Problem einer möglichen Sozialversicherungspflicht Ihrer Tätigkeit zeitnah durch eine Statusabfrage bei der Deutschen Rentenversicherung zu klären. Ist dies erfolgt? Falls ja, was war das Ergebnis der Prüfung?

Für eine Rückmeldung bis morgen, 14 Uhr wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Sie erreichen mich für Rückfragen über die unten aufgeführten Kontaktdaten.

Freundliche Grüße

Melanie Amann

DER SPIEGEL

Hauptstadtbüro

 
Gesendet: Donnerstag, 6. April 2017 13:51
An:melanie.amannspiegel.de
Betreff: Ihre Anfrage vom 5. April 2017

 

Sehr geehrte Frau Amann,

 

vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Arbeit.

Ich verstehe, daß Sie sich bei unserem letzten Treffen über den Unwillen der Referentin geärgert haben, in Ihrer Gegenwart vorzutragen. Sicher wäre es mir an Ihrer Stelle nicht anders ergangen. Als Hausherr muß man solche Situationen zuweilen aushalten.

 

Gerne antworte ich auf Ihre Fragen in der vorgegebenen Reihenfolge:

1) Jedenfalls die beweisrechtlichen Voraussetzungen für ein vereinsrechtliches Ausschlußverfahren lagen nicht vor.

2) Es ist nicht der Vereinszweck unserer Wissenschaftsgesellschaft, in experimentellen Gerichtsverfahren vereinsrechtliche Rechtsfortbildung zu betreiben.

3) Zu dem Stiftungsgeschäft gehört auch eine Honorarzusage für meine Tätigkeit.

4) Nach derzeitiger Rechtsauffassung aller damit befaßten Behörden weder das eine noch das andere.

5) Auf die Verfahren der beteiligten Behörden habe ich keinen Einfluß.

 

Bei dieser Gelegenheit erlauben Sie mir, Frau Dr. Amann, noch einen freundlichen kleinen Hinweis, der mir durch Ihre Fragestellung veranlaßt scheint: Der Genetiv des Namens unseres Nobelpreisträgers lautet im Hinblick auf das „von“ zutreffend nicht Friedrich August von Hayeks, sondern Friedrich Augusts von Hayek. Es soll doch alles seine Richtigkeit haben, auch die Formen in Ihrem Artikel , für den ich Ihnen eine glückliche Hand wünsche.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gerd Habermann

 

 

PS: Ich habe mir erlaubt, diese Mailkorrespondenz auf hayek.de zu veröffentlichen.