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15. November 2016 20:00

Thema: „Der Staatspatient im digitalen Gesundheitssystem“

Referent: Carlos A. Gebauer 

 

Wenn ein Mensch über seinen Körper spricht, dann sagt er in aller Regel „mein Körper“. Denn wem sonst, wenn nicht ihm, sollte dieser Körper gehören? Das Eigentum an fremden menschlichen Körpern ist in Europa mit der Sklaverei abgeschafft. Jeder Mensch darf daher selbst frei über seinen Körper verfügen. Doch halt! Stimmt das? Im Sozialversicherungsrecht der Bundesrepublik Deutschland gelten hier durchaus Einschränkungen. Und die sind einschneidender als man für gewöhnlich denkt.
In einer Zeit, in der mehr und mehr Lebensbereiche digitalisiert werden, geraten damit auch mehr und mehr seiner Daten in staatliche Verwaltung. Dort werden sie  ge-pflegt und – erlaubter Maßen – weitergegeben. Zum Beispiel an befreundete Staaten innerhalb der Europäischen Union. Unter dem Argument der Kostenersparnis und Wirtschaftlichkeit herrscht ein großer Druck menschliche Körper und gesundheitliche Zu-stände möglichst nahtlos in eine medizinische Wertschöpfungskette einzubinden. Der Bürger, sein Körper, seine Verhaltensweisen und seine Gebrechen werden gläsern. Ist ein solcher Bürger wirklich noch Herr über seinen eigenen Körper? Fügt sich diese Gesetzgebung in den verfassungsrechtlichen Rahmen die Menschenwürde staatlich achten und schützen zu müssen? Welche Rolle spielen der Wille und die Einwilligung eines versicherten Patienten?
Wer beispielsweise einen Arbeitsvertrag unterschreibt, macht sich schon alleine damit in aller Regel zum „Pflichtversicherten“ einer Krankenkasse. Innerhalb der „gesetzlichen Krankenversicherung“, der er dann gezwungenermaßen und unausweichlich angehört, gelten strenge Regularien. Der Patient darf nicht beliebig jeden Arzt aufsuchen. Auch die Krankenhäuser, die ihm zur Verfügung stehen, sind limitiert. Er erhält dort jeweils nur diejenigen Therapien – und in der Apotheke nur diejenigen Medikamente –, die für ihn von der behördlichen Gesundheitsverwaltung ausgesucht worden sind.

Wie eine bessere, freiere und würdige Gesundheitspolitik aussehen kann und was sie gefährdet, erklärt Carlos A. Gebauer, Düsseldorfer Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht und stellvertretender Vorsitzender der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.

 

Die Veranstaltung findet statt am 15. November 2016 um 20:00 Uhr, Empfang ab 19:30 Uhr, in der Villa Augusta, 86156 Augsburg, Schießgrabenstraße 30.

Getränke gegen Bezahlung. Es können gerne noch Gäste mitgebracht werden. Es handelt sich um eine überparteiliche Veranstaltung.

Eintritt ist frei. Zugunsten der Stiftungsarbeit wird um eine Spende  gebeten.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung unter http://hayek-club-augsburg.de/Veranstaltungen/ oder per Mail an infohayek-club-augsburg.de

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